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Blog der Kinderintensivpflege Paulchen

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Mein Tagesablauf in der Kinderintensivpflege

Geschrieben von am 18.09.2013

kinderintensivpflege tagesablauf schwester lisa

Schwester Lisa berichtet von einem typischen Tag bei Joshua

Meist um 8 Uhr beginnt mein Dienst bei Joshua (Name geändert). Ich habe einen Haustürschlüssel von der Familie bekommen, falls sie mir die Tür gerade nicht öffnen können.

Ich begrüße meinen kleinen Patienten und seine Eltern. Eine kleine Übergabe verschafft mir den Überblick, wie die Nacht für Joshua verlaufen ist und ob es besondere Vorfälle gab. Ich checke die Vitalwerte auf einem Monitor: Alles ist in Ordnung. Wir besprechen den Tagesplan und widmen uns dann wieder voll und ganz Joshua.

Der Start in den Tag

Joshua hat Hunger. Zum Frühstück bekommt er heute Bananen-Zwieback-Sondennahrung über eine sogenannte PEG. Das ist ein künstlicher Mageneingang, da unser Patient oral keine Nahrung mehr zu sich nehmen darf. Es bestünde dabei die Gefahr einer Aspiration, also dass er sich verschluckt und die Nahrung dabei in die Atemwege gelangt.

Anschließend verabreiche ich Joshua seine Medikamente über die PEG mit einer Spritze, er inhaliert mit einer Kochsalzlösung, um seine Atemwege feucht zu halten. Das machen wir dreimal täglich, um ihm das Atmen etwas zu erleichtern.

Wenn Joshua ausgeschlafen hat, kann er in den Tag starten. Mama oder Papa waschen ihren kleinen „Prinzen“, wie die Eltern ihn liebevoll nennen. Ich stehe beratend zur Seite. Nach der Wäsche werden neue Elektroden auf seinen Körper geklebt, die seine Sauerstoffsättigung im Blut, seine Atmung und seine Herzfrequenz überwachen. Anhand der Werte erhalte ich einen Eindruck, wie es Joshua geht. Ich entferne den alten Verband des Sondeneingangs, schaue, ob dieser reizlos und die Sonde mobil ist. Alles sieht gut aus. Ich lege einen neuen Verband an, um Keime fernzuhalten.

Therapien stehen auf der Tagesordnung

Nachdem die Eltern Joshua angezogen haben, machen wir uns auf den Weg zu verschiedenen Therapien. Aber vorher kontrolliere ich noch einmal: Ist der Monitor geladen? Sind Sauerstoffflasche, Beatmungsbeutel, Blutzuckermessgerät und Bedarfsmedikation dabei?

Jetzt aber ab in den Rehabuggy und zur Therapie, meistens sogar zu zwei pro Tag. Mit seiner Atem- und Ergotherapie, Logopädie und Vojta-Therapie ist Joshua bestmöglich versorgt. 
Das Wetter ist herrlich, wir machen noch einen Spaziergang oder doch lieber eine kleine Tour in die Stadt?

Für jede Lage gewappnet

Wieder zu Hause angekommen bekommt unser kleiner Patient ein frisch gekochtes Mittagessen über die Sonde verabreicht. Joshua ist müde. Nach einem so aufregenden Vormittag hat er sich seinen Mittagsschlaf verdient. Stets ist meine Aufmerksamkeit bei meinem Bezugspatienten und seinem Monitor, da unser kleiner Mann oft unter Atemaussetzern leidet. Oh nein, der Monitor piept. Ich bin sofort in Alarmbereitschaft, schaue was die Werte anzeigen. Alles im grünen Bereich, meist reguliert unser Patient das alles von selbst. Falls nicht, sind wir von der Kinderintensivpflege Paulchen durch jährliche Schulungen in erster Hilfe bestens für den Ernstfall gewappnet.

Ausflüge dürfen natürlich nicht fehlen

Wir, die Eltern und ich oder meine Kolleginnen, machen viele Ausflüge mit Joshua. Im September fahren wir gemeinsam in den Urlaub, 5 Tage an die Ostsee und ich als Bezugsschwester fahre mit. Joshua ist dank seiner Eltern gut in die Gesellschaft integriert, sie fahren oft mit ihm in einen Kurzurlaub, ob mit oder ohne uns. Sie gehen regelmäßig in die Stadt oder treffen sich mit Freunden.

Nach 8 Stunden endet mein Dienst bei Joshua. Die Eltern und ich machen nochmal eine kleine Übergabe und werten den Tag aus. Mit gutem Gewissen verabschiede ich mich in den Feierabend.
Bis morgen kleiner Joshua!

Die Kinderintensivpflege Paulchen

Die Kinderintensivpflege Paulchen bietet natürlich nicht nur 8-Stunden-Betreuungen, sondern auch Versorgungen rund um die Uhr mit Früh-, Spät.- und Nachtdienst oder auch nur für ein paar Stunden, dabei handelt es sich meist um Schul- oder Kindergartenbegleitungen. Bei unseren 24-Stunden-Patienten gibt es ein größeres Team, die Übergabe erfolgt dann von Kollegin zu Kollege.

Jedes Team ist individuell auf den Patienten eingearbeitet und fest in das Privatleben der Familie integriert. Mit ausreichend Diskretion und Empathie geben wir den betroffenen Eltern ein beruhigendes Gefühl. Der überwiegende Part der Eltern ist stets vor Ort und versorgt seine Kinder im Bereich der Grundpflege allein, dabei steht das Personal immer unterstützend zur Seite.